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10. Oktober 2017

Silphie vor der Kamera - Erfahrungen mit der Energiepflanze!

Karrer Nowatschin Babl MairDie hochgewachsenen, leuchtend gelb blühenden Pflanzen auf dem Woringer Acker nahe der A7 stechen schon von weitem ins Auge und machen neugierig. Nicht nur Radler und Spaziergänger bleiben immer öfter an der eineinhalb Hektar großen Fläche stehen und informieren sich an den Schautafeln über das Energiepflanzenprojekt – auch Allgäu TV wurde jetzt auf das Feld mit der nordamerikanischen Dauerkultur aufmerksam und stattete den Besitzern Andreas und Wolfgang Karrer einen Besuch ab. Mit von der Partie waren dabei auch Richard Mair von renergie Allgäu, Ethelbert Babl vom Amt für Ernährung und Landwirtschaft Kempten sowie seine Mitarbeiterin Eva Nowatschin, die seit einigen Wochen ein allgäuweites LEADER-Projekt zum Thema „Silphie“ begleiten.

Während auf den LEADER-Versuchsfeldern die Silphie derzeit gerade mal kniehoch steht, recken die Pflanzen auf der Woringer Fläche ihre leuchtend gelben Blütenstängel bereits bis zu drei Metern in die Höhe. Andreas Karrer hat die nordamerikanische Energiepflanze nämlich bereits vor einem Jahr aussäen lassen. Pure Neugier sei es gewesen, die ihn im Frühjahr 2016 Kontakt aufnehmen ließ mit dem württembergischen Silphie-Experten und Saatgut-Lieferanten Ralf Brodmann, erinnert sich Andreas Karrer. „Ich wollte einfach mehr über die Pflanze wissen“, erzählt der Landwirt, der seit 2006 gemeinsam mit seinem Kollegen Wolfgang Karrer eine inzwischen 610-KW-starke Biogasanlage betreibt.

Biene Blüte kleinSchon wenige Wochen nach dem ersten Telefonat wurden auf dem 1,5 Hektar großen Feld Fakten geschaffen und Silphie als Untersaat zum einjährigen Mais ausgebracht. Heuer, im zweiten Jahr, steht die nordamerikanische Dauerkultur allein auf dem Acker. Gelbe Blüten dicht an dicht. „Das sieht sehr gut aus“, hoffen die beiden Unternehmer nun auf eine entsprechend gute Ernte im September.

In der Fachliteratur wird der Silphie ein Ertrag zugesprochen, der nahezu an den von Mais heranreiche. „Mal abwarten“, zeigt sich Wolfgang Karrer zurückhaltend. Was er dagegen jetzt schon sicher sagen kann ist, dass die Silphie vergleichsweise wenig Arbeitseinsatz erfordert. Bis zu 15 Jahre lang kann die Dauerkultur ohne größere Pflegemaßnahmen zwischendurch geerntet werden. Nach der Ernte treibt die Pflanze nochmal kurz aus, friert dann im Winter komplett ab und kommt nach der Schneeschmelze wieder. „Nur auf die Schnecken muss man in den ersten Jahren aufpassen“, erzählt er. Denen scheinen die Jungtriebe im Frühjahr ausgezeichnet zu schmecken.

Und auch Insekten aller Arten haben Gefallen an der Blühpflanze. „Unsere Imker sind begeistert von dem Projekt“, zeigen die Unternehmer auf die vielen Bienen und Hummeln an den Blüten. Dazwischen tänzeln Schmetterlinge und Falter – und zwischen zwei dicken Blütenstängeln hat sich eine seltene Wespenspinne ihr Nest gebaut.

Genauso spannend ist übrigens auch, was sich unter der Erde abspielt. Als Dauerkultur und Tiefwurzler sorgt die Silphie nämlich für eine besondere Durchlüftung und Stabilität des Bodens, baut Humus auf, sorgt Erosionen vor und bindet das Nitrat, das sonst ins Grundwasser gelangen würde. Damit sorgt die Silphie nicht nur für optische Abwechslung im Landschaftsbild, sondern bietet eben auch eine ökologische Alternative zum Mais.

Anbautafel Karrer



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